INTERNATIONALE REGELN FÜR ROLLSTUHLRUGBY



zusammengestellt von der technischen Kommission (Tony Lapolla - Präsident)
Version 1997 bis 2000

Version 2.01
Übersetzt von Patrik Gill, Grete Leithoff, Klaus Leithoff, Eleni Kapnisti, Elisabeth Covic
Versions-Info:
Version 1.00: keine Versions-Kennzeichnung, Auflage 50 Stück, gedruckt mit freundlicher Unterstützung des autonomen Behinderten Referats, AStA der Johannes Gutenberg Universität Mainz
Version 2.00: Änderung in Artikel 13.e , Stutzräder, Artikel 13.f Rollstuhl, Stosstange, Artikel 82.
Diese Änderung auch als Beiblatt zur Ergänzung erhältlich (rrrv2b1-doc) Anfrage beim Vorstand des DRS FB Rollstuhlrugby
Version 2.01: Änderung in Artikel 13.d Rollstuhl,Räder,Vorderräder, Artikel 14 Kleidung
Diese Änderung auch als Beiblatt zur Ergänzung erhältlich (rrrv2b2-doc) Anfrage beim Vorstand des DRS FB Rollstuhlrugby
Auflage 100 Stück, gedruckt mit freundlicher Unterstützung des autonomen Behinderten Referats, AStA der Johannes Gutenberg Universität Mainz

Inhaltsverzeichnis

ROLLSTUHLRUGBY

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
(ein Mannschaftssport für männliche und weibliche Tetraplegiker) Anm.: Der Einfachheit halber wird im folgenden Text nur die männliche Form der Spieler benutzt. Ausserdem wird auf eine zusätzliche Nennung des Rollstuhls in vielen Fällen verzichtet, da der Rollstuhl als Teil des Spielers angesehen wird.

ABSCHNITT A - DAS SPIEL

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Art. 1. Spielbeschreibung:

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Rollstuhlrugby wird von zwei Mannschaften zu je vier Spielern gespielt. Jeder Spieler muß in einem Rollstuhl sitzen und nach den aktuellen Richtlinien der geltenden Leistungskategorien klassifiziert sein. Die Aufgabe einer Mannschaft ist es, dadurch Punkte zu erzielen, daß einer ihrer Spieler die Torlinie des Gegners berührt oder überschreitet, während er im Ballbesitz ist. Der Ball darf in jede Richtung gereicht, geworfen, geschlagen, gerollt, gedribbelt oder getragen werden, soweit dies nicht den hier festgelegten Regeln widerspricht. Die Mannschaft, die bis zum Ende des Spiels die meisten Punkte erzielt hat, gewinnt.

ABSCHNITT B - AUSSTATTUNG

Art. 2. Spielfeld

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Das Spielfeld hat die gleichen Maße wie ein reguläres Basketballfeld (definiert durch die aktuellen FIBA Regeln); allerdings müssen nur die Seiten-, End- und Mittellinien sowie der Mittelkreis eingezeichnet sein. (Spielfeldabmessungen siehe Diagramm)

Art. 3. Spielfeldbegrenzung

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Auslinien des Spielfelds bestehen aus den End- und Seitenlinien. Die Innenseiten dieser Linien bestimmen, ob eine Linienverletzung vorliegt.

Art. 4. Mittelkreis

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Mittelkreis hat einen Radius von 180 cm und ist in der Mitte des Spielfelds eingezeichnet. Dieser Radius bezieht sich auf die äußeren Grenzen der Einzeichnung (s. Skizze).

Art. 5. Mittellinie - Vorderes und Hinteres Spielfeld

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Das vordere Spielfeld einer Mannschaft besteht aus der Fläche zwischen der inneren Grenze der Torlinie der gegnerischen Mannschaft und der nähergelegenen Kante der Mittellinie. Der Rest des Spielfelds ist das hintere Spielfeld eben dieser Mannschaft (s. Skizze).

Art. 6. Torraum

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Torraum ist eine rechteckige Fläche, die durch zwei senkrecht auf die Torlinie treffenden Linien bestimmt wird. Diese beiden Linien sind durch eine parallel zur Torlinie verlaufende Linie verbunden. Diese Linien sollten von der gleichen Farbe sein wie die Auslinien und ebenso dick markiert sein wie die Mittellinie. Sie haben folgende Abstände:
a) von der inneren Grenze der Torlinie zur Außenkante der parallel zur Torlinie verlaufenden Linie: 175 cm (s. Skizze).
b) von der Außenkante einer der senkrecht auf die Torlinie treffenden Linien zur Außenkante der anderen: 800 cm (s. Skizze).

Art. 7. Torpfosten

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Zwei Markierungskegel (Pylonen) mit quadratischem Fuss und einer angemessenen Höhe stehen ausserhalb des Torraums, so daß sie mit der einen Seite die Innengrenze der Torlinie und mit der anderen Seite die Aussengrenze des Torraums berühren (s. Skizze). Der Abschnitt der Endlinie zwischen den beiden Pylonen ist die Torlinie.

Art. 8. Mannschaftsbank

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Zwei als Mannschaftsbank dienende Flächen werden ausserhalb des Spielfelds auf der Seite markiert, auf der sich auch der Schiedsrichtertisch befindet (s. Skizze). Jede dieser Flächen wird durch eine 200 cm lange, von der Endlinie senkrecht ausgehende und von eine 200 cm lange, von der Seitenlinie senkrecht ausgehende Linie begrenzt, wobei der Abstand zwischen dieser zweiten Linie und einer gedachten Verlängerung der Mittellinie 500 cm beträgt. Die 200 cm langen Linien sind farblich von den Linien auf dem Spielfeld zu unterscheiden.

Art. 9. Schiedsrichtertisch

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Schiedsrichtertisch befindet sich auf der Höhe der Mittellinie und außerhalb des Spielfeldes (s. Skizze).

Art. 10. Auswechselbereich

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Bereich zur Anmeldung einer Auswechselung befindet sich direkt vor dem Schiedsrichtertisch ausserhalb des Spielfelds und erstreckt sich 300cm zu beiden Seiten der Mittellinie.

Art. 11. Strafbank

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Strafbank befindet sich auf der dem Schiedsrichtertisch gegenüberliegenden Spielfeldseite. Sie besteht aus zwei eingezeichneten Rechtecken (200 cm x 100 cm Mindestgröße), zwischen denen ausreichend Platz für den Strafzeitrichter zur Ausübung seiner Pflicht vorhanden sein muß. Die Rechtecke sollten zumindest 100 cm vom Spielfeld entfernt sein. Die Strafbank einer Mannschaft sollte der Mannschaftsbank dieser Mannschaft gegenüberliegen (s. Skizze).

Art. 12. Technische Ausstattung

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
a) Zeitmessgeräte
Ein geeignetes Zeitmessgerät zur Bestimmung folgender Zeitabschnitte wird benötigt:
(i) Spielzeitabschnitte
(ii) Strafzeiten
(iii) Auszeiten
b) Spielstandbogen
c) Spielstandanzeige
Vom Turnierveranstalter wird ein geeignetes Gerät zur Verfügung gestellt, um Mannschaften und Zuschauern den aktuellen Spielstand anzuzeigen. Dieses Gerät kann manuell, mechanisch oder elektronisch zu bedienen sein und kann (muss jedoch nicht) die offizielle Spielzeit anzeigen.
d) Ball
Der im Spiel verwendete Ball ist ein regulärer Volleyball (6 Pfund Druck und ausschliesslich weisser Farbe), der von der Gastgebermannschaft oder vom Turnierveranstalter zur Verfügung gestellt wird. Der Schiedsrichter alleine entscheidet, ob der vorhandene Ball geeignet ist oder nicht. Falls, nach Meinung des Schiedsrichters, der vorhandene Ball ungeeignet ist, kann er jeden anderen zur Verfügung stehenden Ball für das Spiel wählen.
e) Pfeil zur Anzeige des wechselnden Ballbesitz
Die Gastgebermannschaft oder der Turnierveranstalter muss ein Gerät zur Verfügung stellen, um die Regel des abwechselnden Ballbesitzes (Art. 32) zu erfüllen. Dieses Gerät kann manuell, mechanisch oder elektronisch zu bedienen sein. Es kann (muss jedoch nicht) in die Spielstandanzeige integriert sein.

Art. 13. Rollstuhl

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Dem Rollstuhl gilt besondere Aufmerksamkeit, da er als Teil des Spielers angesehen wird. Ein Verstoss gegen die folgenden Regeln führt zum Ausschluss des Stuhls vom Spiel.
Zu Beispielen optischer Art
a) Weite: Die Weite des Stuhls ist von der Größe des Spielers abhängig. Der Greifreifen muß jedoch der am weitesten abstehende Bestandteil des Rollstuhls sein. Kein Teil des Stuhls darf weiter seitlich abstehen als die Greifreifen. Stangen und Platten um die Räder sind nicht erlaubt.
b) Länge: Die Länge des Stuhls wird vom vordersten Teil des Hinterrads zum vordersten Teil des Stuhls insgesamt gemessen. Diese Länge darf 46 cm nicht überschreiten. Zusammen mit dem Durchmesser des Rads (70 cm) darf die Gesamtlänge des Stuhls 116 cm nicht überschreiten. Es dürfen keine Gegengewichte am Stuhl angebracht werden.
c) Höhe: Die Höhe der Rohre seitlich am Sitz darf vom Boden aus (bis zum Mittelpunkt der Rohre) 53 cm nicht überschreiten.
d) Räder: Der Rollstuhl muß vier Räder haben.
1) Zwei (2) große Räder hinten:
· Höchstdurchmesser 70 cm
· müssen mit Speichenschutz versehen werden, die den Bereich schützen, der von anderen Rollstühlen berührt werden kann
· jedes Rad muß einen Greifreifen haben
2) Zwei kleine Räder vorne
· jedes an einer separaten Achse
· die Lagerbuchsen der Vorderräder müssen, von Achsenmittelpunkt zu Achsenmittelpunkt der an den Rollstuhlrahmen angebrachten Buchse, mindestens. 20 cm Abstand haben
· die Aufnahmebuchsen für die Vorderradlagerung/Befestigung am Rollstuhl dürfen nicht weiter als 5 cm über den niedrigsten Punktes des Hauptrahmens hervorstehen.
e) Stützräder: Der Rollstuhl muß über einen geeigneten Kippschutz verfügen, welcher an der Rückseite des Stuhles angebracht ist. Diese dürfen nicht über die Hinterräder hinausragen. Sind sie vom Swivel caster Typ, dann darf das Gehäuse nicht über den hintersten Punkt des Hinterrades hinausragen.
f) Stoßstange: Rohre , die für die Stoßstange des Stuhls verwendet werden, müssen abgerundet sein und dürfen weder Kanten noch abstehende Teile haben, die dem Spieler einen unfairen mechanischen Vorteil verschaffen. Alle Stangen sollten mit einer Rohrbiegevorrichtung gebogen und durchgehend abgerundet sein. Die Biegung darf nicht so stark sein, dass dadurch die Stange abgeflacht wird oder gar bricht. Generell gilt, daß die Rundung sauber sein muß und der Winkel der Biegung nicht enger sein darf als der, der mit einer Rohrbiegevorrichtung zu erzielen ist.
Der am weitesten vorstehende Teil der Stoßstange (Mitte des Rohres) muß durchgehend genau 11 cm über dem Boden liegen. Die Messung der Höhe erfolgt mit den Vorderrädern in Vorwärtsrichtung. Die Länge der Stoßstange muß mindestens 20 cm betragen. Verbindungen zwischen der Stoßstange und dem Stuhlrahmen müssen an den beiden Aussenseiten der Stoßstange bestehen. Diese Verbindungen müssen in einem Winkel von mindestens 45 Grad (horizontale Ebene) hergestellt werden.
g) Flügel: Der flügelähnliche Rahmenzusatz, der den Raum zwischen der Stoßstange und dem Hinterrad schützt ist erlaubt, muss aber (wie auch die Stoßstange selbst) durchgehend von 11 cm Höhe sein. Aus Sicherheitsgründen dürfen diese seitlich nicht über die Mitte des Hinterrads herausragen. Auch müssen alle Flügel die am Rand des Hinterrades enden rund sein und dürfen keine Ecken und Kanten haben. Sollten diese Flügel in einem Winkel am Rahmen angeschweisst sein, müssen sie in einem Abstand von 1 cm zum Hinterrad angebracht sein. Diese Regelung gilt nicht für abgerundete Flügel, die am Hinterrad vorbei zum Stuhlrahmen verlaufen.
h) Komfort und Sicherheit:
(i) Alles Abstehende (Griffe, Haken usw.)das ein Risiko birgt, auch wenn es von den Schiedsrichtern akzeptiert wird, muß sicher verkleidet oder gepolstert werden.
(ii) Im Sitz des Stuhls ist nur ein Kissen ( höchstens 10 cm dick) erlaubt (s. Art. 16).
(iii) Schonpolster zwischen den Knien sind erlaubt. Diese Polster dürfen jedoch nicht über die eigentliche Kniehöhe hinausragen (zur Polsterung des Stuhls siehe Punkt i).
(iv) Ein Gurt muss hinter der Wade festgemacht werden, wenn die Möglichkeit besteht, daß die Füsse des Spielers von der Fußlehne rutschen. Das Angurten des Körpers ist erlaubt.
(v) Lenkhilfen, Bremsen oder Gänge sind zur Benutzung des Stuhls verboten. Eine solche Ausstattung darf jedoch am Stuhl bleiben, wenn sie so eingestellt ist, daß offensichtlich wird, daß sie im Spiel nicht zum Einsatz kommt und wenn sie kein Sicherheitsrisiko für Mitspieler oder ihre Stühle darstellt.
(vi) Rollstühle dürfen mit Rollstangen nicht aber mit kleinen Laufrollen unter der Fußlehne ausgestattet werden, da diese den Boden beschädigen können.
(vii) Reifen die Spuren auf dem Boden hinterlassen sind nicht zulässig.
Anmerkung: Ein Spieler darf jeden Teil seines Stuhls ausstatten um seine eigene Behaglichkeit oder seine Sicherheit in verbesserter Form zu gewährleisten. Er muß sich dabei jedoch an die Sicherheits- und Massvorgaben halten und darf keinen mechanischen Vorteil daraus gewinnen. Aus medizinischen Gründen notwendige Veränderungen sind zugelassen, solange sie weder einen Nachteil noch eine Gefahr für den Gegenspieler bedeuten.
i) Veränderungen: Innovative Veränderungen die einen mechanischen Vorteil bedeuten und/oder nicht den hier festgelegten Regeln entsprechen, dürfen nicht ohne Genehmigung der technischen Kommission der IWRF vorgenommen werden. Vorschläge müssen erst der Technischen Kommission der IWRF vorgelegt und von dieser schriftlich akzeptiert werden. Die IWRF schlägt vor, daß ein ähnliches Verfahren auf Länderebene eingeführt wird der Rechtsprechung des nationalen Führungsgremiums entsprechend.
Beispiele optischer Art:

Art. 14. Kleidung

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Trikotoberteile aller Spieler müssen von gleicher Farbe (einfarbig) sein. Sie müssen folgendermassen mit unterschiedlichen Nummern gekennzeichnet sein: eine 10 cm grosse Nummer auf der linken Vorderseite und die gleiche 12 - 20 cm grosse Nummer auf der Rückseite des Trikotoberteils oder auf der Rückenlehne des Stuhls. (Die Anbringung der Spielernummern auf der Rückenlehne des Rollstuhls wird seitens des IWRF bevorzugt). Sie soll zu jeder Zeit gut sichtbar sein. Die offiziellen Trikotnummern gehen von 1 bis 15 (einschliesslich). Die obengenannten Nummern sind die einzigen Nummern, die auf den Trikots erscheinen dürfen. Die Hosen können kurz oder lang sein, müssen jedoch innerhalb der Mannschaft einheitlich gewählt werden und ebenso wie das Trikot von einer einheitlichen Farbe sein. Unterbekleidung, die während des Spiels sichtbar wird, muss von der gleichen Farbe oder Farbschattierung sein wie das Trikotunterteil (Hose). Anmerkung: Die Grösse, Farbe und Plazierung der Nummern betreffende Regeln müssen strengstens eingehalten werden. Werbung oder andere Beschriftung des Trikots darf die Sichtbarkeit der Nummern nicht stören. Im Falle eines Aufeinandertreffens von Mannschaften mit ähnlichen Trikotfarben zieht sich die Gastgebermannschaft um. Sollte das Spiel an einem neutralen Ort ausgetragen werden, gilt die Mannschaft, die im Programm zuerst erscheint als Gastgebermannschaft und wird daher im offiziellen Spielbericht als Mannschaft A eingetragen. Bei allen vom IWRF anerkannten Veranstaltungen gilt der Spielaustragungsort als neutral. Für internationale Turniere wird den Mannschaften empfohlen, zwei Sätze Trikots (hell und dunkel) zu haben. Bei Fernsehübertragungen trägt die zuerst im Programm auftretende Mannschaft (Gastgebermannschaft) die helleren Trikots.

Art. 15. Schutz der Hände

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Jede Art von Handschutz darf benutzt werden. Allerdings darf hierbei kein Material Verwendung finden, welches eine Gefahr für einen der Spieler darstellt (also beispielsweise harte oder rauhe Materialien).

ABSCHNITT C - SPIELER, AUSWECHSELSPIELER UND TRAINER

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Art. 16. Mannschaften (Spieler und Auswechselspieler)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Eine Mannschaft besteht aus zwölf (12) Spielern. Jeder dieser Spieler muss eine international gültige Einstufungskarte besitzen. Diese Karte sollte folgendes aufweisen: den vollständigen Namen des Spielers, ein Passbild neueren Datums, seine letzte Einstufung und alle weiteren ärztlich verordneten Gegenstände und Ausrüstungsteile (mit medizinischer Indikation), die an seinen Stuhl oder im Spiel Verwendung finden. Der Spielstandrichter erhält diese Karte jedes Mal wenn der Spieler das Spielfeld betritt (Art. 49). Einer der zwölf Spieler kann auch als Trainer fungieren. Es dürfen immer nur vier (4) Spieler einer Mannschaft gleichzeitig auf dem Spielfeld sein. Alle im Spielbericht eingetragenen Spieler, die sich nicht auf dem Spielfeld aufhalten, heissen Auswechselspieler.

Art. 17. Kapitän

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Jede Mannschaft muss einen Kapitän oder Auswechselkapitän benennen, der dann auf dem Spielfeld als einziger Spieler der Mannschaft im Auftrag der (des) Trainer(s) oder seiner Mitspieler mit den Schiedsrichtern verbal kommunizieren darf. Der Kapitän darf als Trainer fungieren (s. Art. 18). Der Kapitän arbeitet auch mit den Turnierrichtern und seinen Mitspielern zusammen, um angebrachtes Verhalten auf dem Spielfeld zu gewährleisten. Der Kapitän auf dem Spielfeld soll von den anderen Spielern durch eine Armbinde in der selben Farbe der Spielernummern unterschieden sein. Diese Armbinde ist überhalb des Ellenbogens zu tragen. Wenn der Kapitän das Spielfeld verlässt soll ein anderer Spieler mit einer gleichartigen Armbinde ausgestattet werden um so als Kapitän zu fungieren. Die Teams sollten mindestens zwei Armbinden besitzen, damit Verzögerungen die durch das Weitergeben der Armbinden entstehen könnten vermieden werden.

Art. 18. Trainer

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Als erstes müssen die Trainer das Tor auswählen welches ihre Mannschaft zunächst verteidigen soll, ebenso wie die Mannschaftsbank die das jeweilige Team besetzen wird. (siehe Art. 8) Wenigstens zehn Minuten vor Beginn des Spiels müssen die Trainer dem Spielstandrichter die Namen, Nummern und Einstufungen der Spieler mitteilen, die am Spiel teilnehmen sollen. Ausserdem ist auch der Name des Kapitäns, des Trainers und des Assistenztrainers mitzuteilen. Gleichzeitig bestimmen die Trainer die vier Spieler ihrer Mannschaft, die das Spiel beginnen. Der Trainer von Mannschaft A (Gastgebermannschaft) muss dies zuerst tun. Anmerkung: Auswechselspieler, die zu spät am Spielort eintreffen, dürfen am Spiel teilnehmen, wenn der Trainer sie vor dem Spiel in die Liste seiner zwölf Spieler aufgenommen und sie somit dem Spielstandrichter gemeldet hat. Gibt es einen Assistenztrainer, so ist sein Name im Spielbericht einzutragen. Der Assistenztrainer übernimmt die Aufgaben des Trainers, sollte dieser aus irgendeinem Grund nicht in der Lage sein dies zu tun. Der Mannschaftskapitän kann als Trainer fungieren. Muss er das Spielfeld verlassen, kann er auch weiterhin die Aufgaben des Trainers übernehmen. Verlässt er das Spielfeld jedoch wegen eines ihn disqualifizierenden Fouls oder wegen einer ernstzunehmenden Verletzung, übernimmt der Ersatzkapitän automatisch auch seine Aufgaben als Trainer.

ABSCHNITT D - SCHIEDSRICHTER/OFFIZIELLE UND IHRE PFLICHTEN

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Einführung:

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Jedes Spiel wird von zwei Schiedsrichtern, von jetzt an Schiedsrichter1 und Schiedsrichter2, geleitet, die von einem Spielstandrichter, einem Spielzeitrichter und einem Strafzeitrichter unterstützt werden. Diese drei werden ab jetzt mit dem Begriff "Tischschiedsrichter" zusammengefasst. Ein technischer Beauftragter kann auch als einer der Tischschiedsrichter anwesend sein. In allen Turnieren steht all diesen Richtern ein Hauptrichter vor.

Art. 19. Aufgaben des Hauptrichters

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Hauptrichter muss ein Mitglied des Protestkomitees sein. Er trifft die endgültige Entscheidung über jegliche die Regeln auftretende Proteste und/ oder das Verhalten der Richter im Spiel. Er teilt auch die Richter für jedes Spiel ein.

Art. 20. Zeit und Ort der Aufgaben und Autoritäten der Schiedsrichter

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Aufgaben und Autoritäten der einzelnen Richter beginnt mit ihrer Ankunft auf dem Spielfeld und endet mit dem Ende der Spielzeit, über das Schiedsrichter 1 entscheidet. Sich an die Spielzeit anschliessende Vorkommnisse sollten auf dem Spielbericht notiert werden, unterliegen dann jedoch der Autorität des Turnierveranstalters, einer Kommission oder eines Komitees. Die Schiedsrichter haben die Autorität über Regelverstösse auf der Spielfläche zu entscheiden. Die Spielfläche schliesst das Spielfeld und jede Fläche ein, die von Spielern, Auswechselspielern, Mannschaftsmitgliedern auf der Teambank, Trainern und Schiedsrichtern zur Austragung des Spiels genutzt wird. Der Hauptrichter, die Schiedsrichter und die Tischschiedsrichter haben kein Recht Veränderungen der Regeln zuzustimmen.

Art. 21. Aufgaben der beiden Schiedsrichter

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
a) Die Schiedsrichter tragen ein vertikal schwarz-weiss gestreiftes Hemd und entweder einheitlich schwarze Hosen und schwarze Hallenschuhe oder schwarze Shorts (diese sollten etwa bis zur Mitte des Oberschenkels reichen) mit weissen oder schwarzen Hallenschuhen und weissen Socken. Die Streifen des Hemds sollten etwa 3 - 5 cm breit sein. Werbung darf auf keinem Bestandteil der Schiedsrichterkleidung erscheinen, wenn sie bei internationalen Veranstaltungen zum Einsatz kommt. Die Schiedsrichter können zwischen kurzen und langen Hosen wählen, müssen jedoch gemeinsam eine einheitliche Wahl treffen.
b) Sowohl Schiedsrichter als auch Tischschiedsrichter leiten das Spiel nach den Regeln der IWRF.
c) Die Schiedsrichter halten sich an die vorgegebenen Vorgehensweisen und Signale, wie sie im Schiedsrichterhandbuch erläutert sind.
d) Sollte verbale Kommunikation notwendig aber aus irgendeinem Grund schwierig sein um eine Entscheidung zu erläutern, muss bei allen internationalen Spielen von der englischen Sprache Gebrauch gemacht werden. Dies soll nicht heissen, dass ein Spieler oder Trainer Recht auf eine Erklärung oder Rechtfertigung von Seiten des Schiedsrichters hat. Es heisst auch nicht, dass ein Schiedsrichter Englisch sprechen muss um Routineentscheidungen anzuzeigen. Dieser Artikel bezieht sich ausschliesslich auf Situationen die nicht von den üblichen Regeln des Spiels erfasst werden und aufgrund derer Verwirrung herrscht und längere Verzögerungen entstehen, und die Situationen daher weiterer Klärung bedürfen.
e) Die Schiedsrichter haben die Autorität über jede Spielsituation zu entscheiden, die nicht ausdrücklich von den Regeln erfasst ist.

Art. 22. Autorität und Verantwortung von Schiedsrichter1

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Schiedsrichter1 hat folgende zusätzlichen Aufgaben, die sich nicht auf Entscheidungen im Spiel selbst beziehen:
a) Er inspiziert und akzeptiert die Ausrüstung, die von Spielern und Tischschiedsrichtern benutzt wird.
b) Er erkennt vor dem Spiel alle anderen Offiziellen (Schiedsrichter 2, die 3 Tischschiedsrichter und/bzw. den technischen Beauftragten) an.
c) Er verbietet das Tragen aller Gegenstände, die er für gefährlich hält.
d) Er leitet den Anstoss zu Beginn des Spiels.
e) Er trifft die endgültige Entscheidung (wenn nötig) bei allen Uneinigkeiten zwischen den Tischschiedsrichtern
f) Er entscheidet über das Rückgängigmachen von Fehlentscheidungen.
g) Er bricht das Spiel ab wenn die Umstände dies erfordern (Art. 37 und 39).
h) Er erklärt den Spielbericht für gültig und zwar: am Ende eines jeden Spielabschnitts (reguläre Spielzeit und Nachspielzeit) und zu jedem anderen Zeitpunkt an dem er dies für nötig hält.
Seine Bestätigung des Spielberichts am Ende des Spiels beendet die Verantwortung der Schiedsrichter für das Spiel.

Art. 23. Pflichten des technischen Beauftragten

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Aufgabe des technischen Beauftragten ist es, die Aktivitäten am Tisch des Spielstandrichters zu beaufsichtigen und mit den Schiedsrichtern für einen reibungslosen Ablauf des Spiels zu sorgen. Damit ist er also Teil der Gruppe von Offiziellen am Tisch des Spielstandrichters. Die Aufgabe des technischen Beauftragten wird meist von einem Schiedsrichter übernommen, der gerade kein eigenes Spiel zu leiten hat.

Art. 24. Pflichten des Spielstandrichters

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Spielstandrichter
a) gewährleistet das alle notwendigen Informationen, die zu Beginn des Spieles benötigt werden, vor Spielbeginn auf dem Spielbericht dokumentiert werden
b) führt eine Liste der erzielten Punkte in chronologischer Reihenfolge
c) führt eine Liste der Auszeiten mit der zusätzlichen Information in welchem Spielabschnitt diese genommen wurden
d) achtet darauf, dass keine Mannschaft (inklusive ihrer sich auf der Strafbank befindlichen Spieler) den maximalen Punktwert überschreitet
e) informiert im Falle von ungewöhnlichen Vorfällen die Schiedsrichter in der nächsten Spielpause.
f) weiss in welcher Reihenfolge Spieler ausgewechselt worden sind (d.h.: er weis welcher Spieler das Spielfeld zuletzt betreten hat)

Art. 25. Aufgaben des Spielzeitrichters

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Spielzeitrichter
a) misst die Zeit vom Beginn bis zum Ende eines Spielabschnitts (reguläre Spielzeit wie auch Nachspielzeit)
b) gibt Schiedsrichter1 drei Minuten vor Spielbeginn Bescheid, dass das Spiel in drei Minuten beginnt
c) stoppt jede Auszeit und hupt (bzw. gibt ein akustisches Signal) wenn 50 Sekunden vergangen sind
d) zeigt das Ende jedes Spielabschnitts (reguläre Spielzeit wie Nachspielzeit) mit Hilfe einer Hupe, einer Pfeife oder einem anderen hierzu geeigneten Gerät an
e) zeigt dem Schiedsrichter an wenn eine Mannschaft eine Auswechselung vornehmen möchte
f) berät mit dem Schiedsrichter, sollte es ein Problem am Tisch des Spielstandrichters geben.

Art. 26. Aufgaben des Strafzeitrichters

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Strafzeitrichter
a) ist für den Bereich der Strafbank verantwortlich
b) notiert Spieler und Art des Fouls
c) notiert Zeitpunkt und Dauer der Strafzeit
d) notiert jede Verwarnung für unerlaubten Kontakt
e) stoppt die Strafzeit
f) zeigt an wenn der bestrafte Spieler wieder in das Spiel zurückkehren darf
g) informiert bei nichtregulären Vorkommnissen den Schiedsrichter in der nächsten Spielpause.

ABSCHNITT E - REGELN IM SPIEL

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Art. 27. Spielzeit

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Rollstuhlrugby wird in vier Spielabschnitten zu je acht Minuten gespielt. Ein Spielabschnitt ist zu Ende, wenn diese acht Minuten abgelaufen sind. Eine einminütige Pause ist nach dem ersten und dritten Spielabschnitt vorgesehen, eine fünfminütige nach dem zweiten. Eine zweiminütige Pause ist vor der ersten Verlängerung vorgesehen, eine einminütige vor jeder folgenden. Eine Verlängerung dauert drei Minuten. Sind diese drei Minuten abgelaufen, endet die Verlängerung. (siehe Art. 37)

Art. 28. Spielbeginn

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Das Spiel beginnt mit einem Hochball im Mittelkreis des Spielfelds. Schiedsrichter1 pfeift und zeigt somit an, dass Ballkontakt ab diesem Zeitpunkt erlaubt ist. Dann betritt er den Mittelkreis um den Hochball zwischen zwei Angehörigen der gegnerischer Mannschaften vorzunehmen. Dieser Vorgang wird (falls notwendig) zu Beginn jeder Verlängerung wiederholt. Das Spiel kann nicht beginnen, wenn eine der Mannschaften weniger als vier Spieler zur Verfügung stehen. Hat diese Mannschaft fünfzehn Minuten nach dem eigentlichen Spielbeginn noch keine vier Spieler auf dem Spielfeld, verliert sie das Spiel durch Verwirkung. Anmerkung: Ab dem Beginn des Spiels muss eine Mannschaft so lange vier Spieler auf dem Feld haben, wie es die Zahl der vor dem Spiel angemeldeten Spieler und die Zahl der dieser Mannschaft auferlegten Strafzeiten erlaubt. Sollten die Umstände (Strafzeiten, Verletzungen etc.) jedoch die weitere Teilnahme von vier Spielern am Spiel nicht zulassen, darf die Mannschaft das Spiel mit weniger als vier, jedoch nicht mit weniger als zwei Spielern fortsetzen.

Art. 29. Hochball

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Zum Hochball begeben sich die beiden Mittelspieler der Mannschaften in den Mittelkreis (jeweils auf ihre Seite der Mittellinie). Alle anderen Spieler müssen sich ausserhalb des Mittelkreises befinden. Mannschaftskameraden dürfen keine nebeneinanderliegenden Positionen am Kreis belegen wenn ein Gegenspieler eine dieser Positionen für sich einnehmen möchte (siehe Art. 30 d). Der Schiedsrichter pfeift das Spiel an und betritt dann den Mittelkreis, um den Ball senkrecht zwischen den beiden Mittelspielern in eine solche Höhe zu werfen, dass keiner der beiden ihn greifen kann und zwar so, dass der Ball zwischen sie fällt. Der Ball muss von mindestens einem der Mittelspieler berührt werden nachdem er seinen höchsten Punkt erreicht hat. Falls er vor einer Berührung durch einen der Mittelspieler auf dem Boden aufkommt, muss der Hochball wiederholt werden.

Art. 30. Regelwidrigkeiten beim Hochball

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Kein Spieler darf beim Hochball gegen diese Regeln handeln:
a) Ein Spieler darf ausser der Rückenlehne keinen Teil seines Stuhls benutzen um seine Balance zu halten.
b) Ein Spieler darf weder gegen Hand noch Arm eines Gegners schlagen um daraus einen Vorteil zu gewinnen.
c) Spieler, die nicht am Hochball teilnehmen, müssen ausserhalb des Mittelkreises bleiben, bis einer der Mittelspieler den Ball berührt hat.
d) Mannschaftskameraden dürfen keine nebeneinanderliegenden Positionen an der Kreislinie einnehmen, wenn eine der Positionen von einem Gegner begehrt wird.
e) Jeder der beiden Mittelspieler darf den Ball mehrmals schlagen/dribbeln, darf ihn jedoch nicht an sich nehmen bevor er nicht den Boden oder einen der sechs ausserhalb des Kreises wartenden Spieler berührt hat.
f) Keiner der beiden Mittelspieler darf den Kreis verlassen bevor der Ball den Regeln gemäss ins Spiel gebracht ist.
Strafe: Der Gegner kommt im Mittelfeld in Ballbesitz.
Anmerkung: Der Hochball wird wiederholt, wenn ein Regelverstoss von beiden Teams vorliegt, oder der Schiedsrichter den Ball schlecht vorwirft; oder der Ball den Boden berührt bevor er von einem Spieler berührt wurde.

Art. 31. Abwechselnder Ballbesitz

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Mannschaften nehmen nach Spielunterbrechungen den Ball ausserhalb der Spielfeldbegrenzungslinien abwechselnd in Besitz:
a) im Mittelkreis um den zweiten, dritten und vierten Spielabschnitt anzufangen
b) an einer zuvor bestimmten Stelle auf der Seitenlinie (nach Situationen, in denen der Ball gegen die Regeln gehalten, also gesperrt, wurde) Anmerkung: Die Mannschaft, die es beim Hochball nicht schafft den Ball an sich zu nehmen, erhält automatisch den Ballbesitz in der nächsten dafür vorgesehenen Situation. So beginnt der ständige Wechsel des Ballbesitzes. Der Pfeil der Ballbesitzanzeige zeigt die Richtung an, in die der Ball nach dem nächsten Besitzwechsel gespielt wird. Vorgehensweise: Da ein gesperrter Ball zu einem ins Spiel bringen des Balls in der Mitte zwischen den Seitenlinien führen sollte, wird der Ball jetzt durch einen Einwurf ins Spiel gebracht. Dies geschieht von der Seitenlinie gegenüber des Tischschiedsrichter-Tisches aus, da hier weniger mögliche Hindernisse (Mannschaftsbänke usw.) stehen.

Art. 32. Wie ein Tor erzielt wird

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Ein Tor ist erzielt, wenn ein den Ball tragender Spieler die Torlinie des Gegners eindeutig mit zwei Rädern berührt. Hierzu muss der Spieler in Ballbesitz gekommen sein, bevor ein Teil von ihm oder ein Teil seines Stuhls die Torlinie überschreitet. Ballbesitz bedeutet den Ball sicher auf dem Schoss zu tragen oder ihn in kontrolliert an einem Körperteil oder Teil des Rollstuhls zu tragen ohne das der Ball den Boden berührt. Ein Ball der vom Spieler wegrollt aber noch Kontakt zum Spieler hat ist nicht in Kontrolle und damit ist das Kriterium des Ballbesitzes nicht erfüllt. Der Schiedsrichter zeigt das Tor an, pfeift um die Spielzeit anzuhalten und sichert den Ball für den Einwurf der Mannschaft, gegen die das Tor erzielt wurde.

Art. 33. Einwurf

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Ball muss auf das Spielfeld geworfen, geschleudert, geschlagen, gerollt oder in beliebiger anderer Form angetrieben werden. Der Einwurf wird benutzt um den Ball nach einem Tor, einer Regelwidrigkeit, einem Foul, einer Auszeit, einer anderen Spielunterbrechung wieder ins Spiel zu bringen und um den zweiten, dritten und vierten Spielabschnitt zu beginnen. Einwurfpositionen:
a) nach einem Tor - ein beliebiger Punkt auf der Torauslinie
b) nach einer Regelwidrigkeit oder einem Foul - ein vom Schiedsrichter bestimmter Punkt auf der Seitenlinie, der möglichst nah am Ort des Fouls/der Regelwidrigkeit liegt
c) zu Beginn des zweiten, dritten und vierten Spielabschnitts - ein Punkt in der Mitte des Spielfelds, gegenüber dem Schiedsrichtertisch: Der einwerfende Spieler sollte seinen Stuhl ausserhalb des Spielfelds auf der Seite der Mittellinie in Position bringen, auf der sein hinteres Spielfeld (und somit auch das Tor seiner Mannschaft) liegt.
d) nach einer Auszeit - Seitenlinie oder Torauslinie (s. Art. 44)
e) beim Ballbesitzwechsel - ein Punkt auf der Seitenlinie, der möglichst nah an dem Ort liegen sollte, an dem der Ball gesperrt wurde, jedoch auf jeden Fall gegenüber des Schiedsrichtertisches (s. Art. 31).
f) nach einem Verstoss gegen die das hintere Spielfeld betreffenden Regeln - da die gegen die Regeln verstossende Manschaft zur Zeit des Verstosses in ihrem vorderen Spielfeld war, sollte der Ball ohne weiteren Vorteil an die gegnerische Mannschaft gehen. Der Einwurf wird an der Mittellinie im vorderen Spielfeld der nun in Ballbesitz gekommenen Mannschaft ausgeführt. Vorgehensweise: Der Schiedsrichter legt den Ball in den Schoss des Einwerfers und pfeift um den Fortlauf des Spiels (Art. 66) und den Beginn einer zehn Sekunden dauernden Frist anzuzeigen, in der der Einwerfer den Ball wieder ins Spiel zu bringen hat und ein regelgerechter Kontakt durch einen Spieler auf dem Spielfeld zu erfolgen hat (Art. 34).

Art. 34. Regelwidrigkeiten beim Einwurf

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Folgende Regeln sind beim Einwurf zu beachten:
a) Der Einwerfer darf den Ball auf dem Spielfeld erst dann wieder berühren, wenn er zuvor von einem anderen Spieler berührt wurde.
b) Dem Einwerfer stehen zehn Sekunden zur Verfügung zwischen Ballfreigabe durch den Schiedsrichter und Ballkontakt durch einem Spieler auf dem Spielfeld.
c) Der Einwerfer darf das Spielfeld erst wieder betreten, wenn er sich eindeutig nicht mehr im Besitz des Balls befindet.
d) Der Einwerfer darf sich zum Einwurf um die eigene Achse drehen, sich aber nicht seitlich vom Einwurfpunkt fortbewegen. Dies gilt nicht für einen Einwurf nach einem erzielten Tor.
e) Nachdem er losgelassen wurde, darf der Ball das Seitenaus erst wieder berühren, wenn er den Regeln gemäss ins Spiel gebracht wurde. Er darf jedoch einmal im Seitenaus geprellt werden, wenn er ins Spiel geschlagen werden soll.
f) Kein Spieler, defensiv oder offensiv, darf sich in einem Radius von einem Meter (auf dem Spielfeld) um den Einwerfer aufhalten. Diese Regel besteht, um es dem Einwerfer zu ermöglichen wieder auf das Spielfeld zu kommen. Ein Verstoss gegen diese Regel gilt als technisches Foul (Spielverzögerung) und wird mit einminütiger Strafzeit (im Falle eines Verstosses durch einen Gegenspieler des Einwerfers) oder mit Verlust des Ballbesitzes (im Falle eines Verstosses durch einen Mitspieler des Einwerfers) bestraft.
g) Ein Verteidiger darf dem Einwerfer den Weg zurück auf das Spielfeld nicht versperren. Ein Verstoss wird mit einminütiger Strafzeit bestraft.
h) Der Einwerfer muss das Spielfeld wieder am Einwurfpunkt betreten.
Strafen für Verstösse gegen a, b, c, d, e und h: Ballverlust

Art. 35. Spielentscheidung

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Das Spiel wird durch das Erzielen der höheren Punktzahl entschieden. Für ein erzieltes Tor erhält die Mannschaft einen Punkt.

Art. 36. Verwirkung des Spiels

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Eine Mannschaft verwirkt ein Spiel wenn:
a) sie sich weigert zu spielen, nachdem sie vom Schiedsrichter entsprechende Anweisungen erhalten hat
b) sie durch ihr Verhalten den Spielablauf behindert (s. Art. 38)
c) sie weniger als zwei auf dem Spielfeld verbleibende Spieler hat
d) sie den maximalen Punktwert von acht Punkten (inklusive ihrer mit Strafzeiten belegten Spieler) nicht mehr berücksichtigen kann. Sollte die Mannschaft, zu deren Vorteil das Spiel verwirkt wird, führen, so zählt der Spielstand zum Zeitpunkt der Verwirkung durch die Gegenmannschaft. Sollte sie im Rückstand liegen, wird der Spielausgang mit 1 : 0 notiert.

Art. 37. Unentschieden und Verlängerungen

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Steht es am Ende des vierten Spielabschnitts unentschieden, wird das Spiel durch einen weiteren, drei Minuten dauernden Spielabschnitt verlängert. Weitere solcher Verlängerungsabschnitte werden hinzugefügt, bis aus dem Spiel ein Sieger hervorgeht. Vor dem Beginn der ersten Verlängerung werfen die Kapitäne der Mannschaften eine Münze, um die Seitenwahl zu entscheiden. Die Seiten werden dann bei jeder weiteren Verlängerung gewechselt. Eine zweiminütige Pause wird vor Beginn der ersten Verlängerung und eine einminütige Pause vor Beginn jeder folgenden Verlängerung gewährt. Jede Verlängerung beginnt mit einem Hochball im Mittelkreis.

Art. 38. Spielabbruch

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Wenn irgendein Team zum Ende des vierten Viertels, oder nach einer der Spielverlängerungsperioden, nach Punkten führt, dann wird dieses Team zum Gewinner erklärt und das Spiel beendet. Ist das Spiel, nach Meinung des Schiedsrichters, zu einem unkontrollierbaren Ereignis geworden, weil:
a) eine der Mannschaften offen, hemmungslos und ständig foult
b) sich die Zuschauer als mögliche Gefahr für Spieler oder Schiedsrichter erweisen
c) Turnierleitung und Richter völlig ignoriert werden, oder
d) andere gefährliche und andauernde Verhaltensweisen von Spielern, Trainern oder Zuschauern an den Tag gelegt werden.
Dann kann der Schiedsrichter das Spiel beenden und den Sieg der Mannschaft anrechnen, die zu diesem Zeitpunkt in Führung liegt oder nicht für die Umstände des Spielabbruchs belangt werden kann. Sollte es unentschieden stehen und sollte keine der Mannschaften für die Umstände verantwortlich sein, wird das Spiel unterbrochen und weitergespielt, wenn Versicherungen der schuldigen Parteien eingeholt wurden, dass der Anlass für den Abbruch beseitigt ist.

ABSCHNITT F - REGELN ZUR ZEITMESSUNG

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Art. 39. Einsatz der Spielzeituhr

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Spielzeituhr wird angeschaltet wenn:
a) der Ball von einem der Mittelspieler beim Hochball berührt wird, nachdem er den höchsten Punkt seiner Flugbahn erreicht hat, oder
b) wenn das Spiel durch einen Einwurf fortgesetzt wird, der Ball nach Freigabe durch den Schiedsrichter durch einen Spieler auf dem Spielfeld berührt wurde.
Die Spielzeituhr wird gestoppt wenn:
a) ein Spielabschnitt zu Ende ist
b) der Schiedsrichter pfeift
c) ein Tor erzielt wurde

Art. 40. Einsatz der Strafzeituhr

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Das Ein- und Ausschalten der Strafzeituhr geschieht unter den selben Voraussetzungen wie das der Spielzeituhr.

Art. 41. Der Ball kommt ins Spiel

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Ball kommt ins Spiel wenn:
a) der Schiedsrichter zum Hochball den Mittelkreis betritt, oder
b) ein Spieler ihn nimmt, um einen Einwurf auszuführen.

Art. 42. Der Ball ist im Spiel

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Ball ist im Spiel wenn:
a) er nach dem Erreichen des höchsten Punkts seiner Flugbahn beim Hochball von einem der Mittelspieler berührt wird, oder
b) er aus den Händen eines Einwerfers auf das Spielfeld kommt und von einem Spieler auf dem Spielfeld berührt worden ist.

Art. 43. Toter Ball (nicht spielbarer Ball)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Ball gilt als tot wenn ein Schiedsrichter pfeift, zum Beispiel wenn
· ein Tor gefallen ist,
· eine Regelwidrigkeit oder ein Foul vorkommt,
· der Ball gesperrt wird,
· ein Spieler fällt oder sich verletzt, technische Probleme mit einem Rollstuhl auftreten,
· ein Spielabschnitt oder das Spiel zu Ende ist oder eine Auszeit genommen wird,
· Auswechselungen angezeigt werden.
Ausnahme: Pfeifen eines Schiedsrichters um den Ball zum Einwurf frei zu geben.

Art. 44. Auszeiten

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Jede Mannschaft hat vier einminütige Auszeiten, die zu jedem Zeitpunkt des Spiels genommen werden dürfen. Etwaig übrige Auszeiten können nach Ende der regulären Spielzeit in noch zu spielenden Verlängerungsperioden genommen werden. Zusätzlich hat jede Mannschaft eine einminütige Auszeit pro Verlängerung.
Nehmen von Auszeiten:
a) durch den TRAINER: Der Trainer kann nur zu Zeiten, in denen der Ball als tot gilt, um eine Auszeit bitten. Vom Trainer zu beantragende Auszeiten sind bei den Tischschiedsrichtern anzumelden. Diese werden die beantragte Auszeit dann in der nächsten Spielunterbrechung bei den Feldschiedsrichtern anmelden.
b) durch Spieler: Während der Ball im Spiel ist, dürfen nur die sich auf dem Spielfeld befindenden Spieler der Mannschaft um eine Auszeit bitten, die gerade im Ballbesitz ist. Eine Bitte um Auszeit wird direkt an den Schiedsrichter gestellt.
Zeit, die verwendet wird, um einem verletzten Spieler zu helfen oder eine Auswechselung vorzunehmen, wird nicht von den der Mannschaft zur Verfügung stehenden Auszeiten abgezogen. Während einer Auszeit dürfen die Spieler auf dem Spielfeld verbleiben ausser wenn sie Hilfe brauchen oder Anweisungen von der Mannschaftsbank erhalten. Nach Ablauf einer Auszeit wird das Spiel durch einen Einwurf von der Torauslinie (wenn die Auszeit nach einem erzielten Tor genommen wurde) oder von einem Punkt auf der Seitenlinie, der möglichst nah an dem Punkt liegen muss, an dem der Ball zuletzt im Spiel war, fortgesetzt.
Anmerkung: Die die Auszeit beantragende Mannschaft darf diese jederzeit abbrechen. Die andere Mannschaft muss dann das Spiel sofort wiederaufnehmen. Sollte die Auszeit ganz in Anspruch genommen werden, sollten die Mannschaften beim Ertönen des fünfzig-Sekunden Signals auf das Spielfeld zurückkehren, um Verzögerungen zu vermeiden. Wenn die Mannschaften sich nach diesem Signal, oder der Aufforderung des Schiedsrichters, richten, sollte ihnen ausreichend Zeit gelassen werden, wieder auf dem Spielfeld in Position zu gehen. Wenn eine Mannschaft sich nicht nach dem Signal, oder der Aufforderung des Schiedsrichters, richtet, wird das Spiel folgendermassen fortgesetzt:
a) wenn die verzögernde Mannschaft den Einwurf hat, werden die zehn verbleibenden Sekunden sofort abgezählt
b) wenn die verzögernde Mannschaft in der Defensive ist (also die Gegenmannschaft den Einwurf hat) wird das Spiel ohne sie wiederaufgenommen.

Art. 45. Gefallene Spieler oder Verletzungen

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Schiedsrichter können das Spiel wegen eines gefallenen Spielers oder einer Verletzung unterbrechen. Kommt es zum Fall oder zur Verletzung eines Spielers während der Ball im Spiel ist und das Erzielen eines Punktes durch eine der Mannschaften recht wahrscheinlich ist (ein schneller Angriff oder eine Überzahl der Angreifer), müssen die Schiedsrichter mit der Spielunterbrechung warten. Das Spiel wird jedoch sofort unterbrochen wenn keine Torchance besteht, oder der Angreifer den Ball verliert oder das Spiel verzögert. Sollte es notwendig sein einen gefallenen oder verletzten Spieler zu schützen, kann das Spiel aber auch unabhängig von der Spielsituation abgebrochen werden. Angehörige der Mannschaftsbank müssen auf die entsprechende Geste des Schiedsrichters warten, bevor sie das Spielfeld betreten dürfen, um sich um Spieler oder Material zu kümmern.

Art. 46. Auszeit des Schiedsrichters

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Beide Schiedsrichter können jederzeit das Spiel unterbrechen, um über eine bestimmte Situation zu entscheiden. Die Dauer der Unterbrechung variiert von Fall zu Fall, ausser wenn sie in den Regeln festgelegt ist. Einige Beispiele:
a) die Tischschiedsrichter haben Probleme und bitten um Rat
b) wenn Teile eines Rollstuhls oder anderer Ausrüstungsgegenstände lose sind, neu eingestellt werden müssen oder auf beliebige Art und Weise die Sicherheit eines Spielers gefährden, kann der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, um notwendige Veränderungen vornehmen zu lassen. Kann das Spiel vom betroffenen Spieler nach Ablauf einer Minute nicht wiederaufgenommen werden, muss dieser vorerst durch einen Auswechselspieler mit gleichem oder geringerem Punktwert ersetzt werden.
c) es besteht ein medizinischer Notfall
d) der Schiedsrichter möchte eine Fehlentscheidung berichtigen (Art. 82).

ABSCHNITT G - REGELN FÜR DIE SPIELER

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Art. 47. Auswechselungen

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Jede Mannschaft darf eine beliebige Anzahl von Spielern nach jeder Spielunterbrechung auswechseln. AUSNAHME: Auswechselungen dürfen nicht direkt nach einem erzielten Tor vorgenommen werden. Eine Auswechselung wird bei den Tischschiedsrichtern angemeldet, die sie wiederum bei der nächsten Spielunterbrechung (ausser nach einem erzielten Tor) dem Schiedsrichter melden. Ein mit Strafzeit belegter Spieler darf erst nach Ablauf seiner Strafzeit ausgewechselt werden.
Vorgehensweise: Alle Auswechselspieler müssen:
a) sich beim Tisch des Spielstandrichters melden
b) ihre Einstufungskarte abgeben, und
c) auf ein Signal des Schiedsrichters warten, das sie auffordert, das Spielfeld zu betreten. Auswechselspieler müssen sofort spielbereit sein.
d) vom Tisch des Spielstandrichters her auf das Spielfeld kommen
e) beim Verlassen des Spielfelds ihre Einstufungskarte wieder abholen.

Art. 48. Position von Person oder Ball

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Position eines Spielers oder Schiedsrichters wird durch den Teil des Bodens, den Gegenspieler, den Mitspieler oder den Gegenstand bestimmt, den er berührt bzw. nicht berührt. Die Position des Balls wird durch seine letzte Berührung durch einen Spieler bestimmt. Wenn ein beliebiger Teil einer Person den Regeln gemäss einen Teil des Spielfelds berührt, sagt man, dass sich diese Person auf diesem Teil des Spielfelds befindet (z. B. vorderes Spielfeld, hinteres Spielfeld, Torraum). Wird die Berührung mit diesem Teil des Spielfelds unterbrochen (z.B. Spieler: verlassen des Spielfeldes. Ball: Pass), wird die Position des Spielers oder Balls in dem Moment neu bestimmt, in dem der Kontakt wiederhergestellt wird.

Art. 49. Wie der Ball gespielt wird

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Im Rollstuhl-Rugby wird der Ball mit den Händen oder Armen gespielt werden oder im Schoss getragen werden. Mindestens 75% des Balles müssen sichtbar sein, wenn er im Schoss getragen wird. Der Ball darf gereicht, gerollt, gedribbelt, geprellt, geschleudert oder auf jede andere Art und Weise vorwärtsgebracht werden. Es ist jedoch verboten, ihn mit dem Fuss oder dem Schienbein zu spielen. Einem Verstoss gegen diese Regel folgt der Ballverlust der Mannschaft des regelwidrig Handelnden.

Art. 50. Körperlicher Vorteil

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Ein Spieler darf mit nichts anderem als den 4 Rädern des Rollstuhls oder dessen Kippschutz den Boden berühren während er in Ballbesitz ist. Strafe: Verlust des Ballbesitzes

Art. 51. Kontrolle und Besitz des Balles

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

a) Ballkontrolle durch einen Spieler: Ein Spieler hat die Ballkontrolle, wenn
(i) er freiwillig den Ball hält oder annimmt (mit den Händen, auf dem Schoß oder gegen den Rollstuhl) während der Ball im Spiel und/oder spielbar ist
(ii) er hat seine Hand / seine Hände fest am Ball und verhindert so, dass ein Gegner die alleinige Ballkontrolle ausübt
(iii) er den Ball dribbelt.
b) Ballkontrolle durch eine Mannschaft: Eine Mannschaft hat Kontrolle über den Ball, wenn ein Spieler dieser Mannschaft im Ballbesitz ist. Mannschaftsballkontrolle dauert an, bis ein Gegenspieler den Ballbesitz erlangt oder der Ball als tot erklärt wird. Pässe beenden nicht die Mannschaftsballkontrolle.

Art. 52. Ausbälle

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Es ist gegen die Regeln, den Ball ins Aus zu spielen. Ein Ball ist im Aus, wenn er einen Spieler, eine Person oder ein Objekt berührt welches sich im Aus/ausserhalb des Spielfeldes befindet. Die Torpfosten befinden sich im Aus. Wenn ein Ball einen Schiedsrichter berührt, wird angenommen er habe den Boden an der Stelle berührt, an der der Schiedsrichter zum Zeitpunkt des Ballkontakts gestanden hat. Ein Ausball wird dem Spieler angerechnet, der zuletzt den Ball berührt hat. Ausnahme: Es ist gegen die Regeln einen Gegner absichtlich so anzuspielen, dass der Ball von ihm abprallt und ins Aus geht. Strafe: Ballverlust.

Art. 53. Dribbeln

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Hat ein Spieler Kontrolle über den Ball, muss er mindestens alle zehn Sekunden dribbeln. Es gibt keine Begrenzung der Menge von Anstössen, Drehungen oder anderen Stuhlbewegungen zwischen dem jeweiligen Dribbeln. Unsicheres Fangen, das Schlagen des Balles oder der Versuch den Ball an sich zu nehmen gilt nicht als Dribbeln. Dribbeln ist ein absichtliches Stossen oder Fallenlassen des Balles auf den Boden. Nach zehn Sekunden nicht zu dribbeln ist eine Regelwidrigkeit. Strafe: Ballverlust.

Art. 54. Gesperrter Ball

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Ball gilt als gesperrt wenn:
a) zwei gegnerische Spieler in gleichem Masse Kontrolle über ihn haben (s. Art. 51 a)
b) er zwischen den Stühlen gegnerischer Spieler eingeklemmt ist
c) er unter einem Stuhl eingeklemmt ist
d) er von zwei gegnerischen Spielern gleichzeitig ins Aus gespielt wurde.
Das Spiel wird durch das Prinzip des wechselnden Ballbesitzes wiederaufgenommen (Art. 31). Anmerkung: Ein Spieler darf nicht absichtlich für die Sperre des Balles sorgen, indem er ihn in irgendeiner Weise dem Gegner übergibt, ohne dass dieser versucht hätte, ihn in seinen Besitz zu bekommen.

Art. 55. Zehn Sekunden im Torraum

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Kein Spieler darf sich länger als zehn Sekunden im gegnerischen Torraum aufhalten, wenn seine Mannschaft im Ballbesitz ist. Strafe: Ballverlust

Art. 56. Den Ball ins vordere Spielfeld spielen

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Wenn eine Mannschaft den Ball in ihrem hinteren Spielfeld in ihren Besitz bringt, hat sie fünfzehn Sekunden Zeit ihn in ihr vorderes Spielfeld zu bringen (s. Art. 48).

Art. 57. Das hintere Spielfeld

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Ein Spieler, der den Ball im vorderen Spielfeld in seinem Besitz hat, darf nicht in sein hinteres Spielfeld zurückkehren, solange er den Ball in seinem Besitz behält. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein, um eine Regelwidrigkeit bezüglich des hinteren Spielfelds zu gewährleisten:
a) Die offensive Mannschaft muss als letzte Mannschaftsballkontrolle im vorderen Spielfeld gehabt haben.
b) Ein Spieler der offensiven Mannschaft muss der letzte Spieler gewesen sein, der den Ball berührte bevor er ins hintere Spielfeld kam.
c) Der Ball muss sich im hinteren Spielfeld befinden (Art. 48).
d) Der erste Spieler, der den Ball im hinteren Spielfeld berührt, gehört ebenfalls zur offensiven Mannschaft.
Strafe: Ballverlust. Der Einwurf wird an der Seitenlinie, im jeweils vorderen Spielfeld, möglichst nah an der Mittellinie vollzogen.
Anmerkung: Die Position des Balls wird durch den letzten Kontakt mit einem Spieler/Rollstuhl bestimmt und ist unabhängig von jeder anderen Regel (Position des Spielers) Ein Spieler der auf der Mittellinie entlang fährt, darf weder in der vorderen noch in der hinteren Hälfte dribbeln, noch darf er den Ball ins hintere Spielfeld passen. (siehe Art. 48)

Art. 58. Verzögernde Sperre

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Als verzögernde Sperre gilt es, wenn die offensive Mannschaft länger als fünfzehn Sekunden die Seitenlinie und alle ihre Spieler benutzt, um den Ball oder den ihn führenden Spieler vor einem Angriff der Verteidigung zu schützen. Einziger Zweck dieser Taktik ist es, die Spielzeit laufen zu lassen (und somit zu verschwenden). Kann der Verteidiger jedoch Zugang zum ballführenden Spieler finden, darf der offensiven Mannschaft keine verzögernde Sperre vorgeworfen werden. Strafe: Ballverlust.

ABSCHNITT H - RICHTLINIEN FÜR KÖRPEREINSATZ / ROLLSTUHLKONTAKT

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Obwohl Rollstuhlrugby eine Kontaktsportart ist, ist es klar, dass nicht alle Arten des Körpereinsatzes/Rollstuhlkontakts zu allen Zeiten des Spiels zugelassen werden können. Es gibt Faktoren, die zu bedenken sind: Position des Gegners, Geschwindigkeit der Spieler, Bremswege, Richtungswechsel usw. Unter dem Vorwand eines fairen, aggressiven Spiels begangene Rücksichtslosigkeiten können nicht entschuldigt werden. Andererseits möchte sich keiner in einer Spielsituation wiederfinden, in der Körperkontakt/Rollstuhlkontakt vollständig verboten ist. Eindeutig muss hier jede Situation für sich beurteilt werden. Wichtig ist, dass das Spiel die Chance eines fliessenden Ablaufs bekommt. Die folgenden Artikel (59 - 61) beschäftigen sich mit den Richtlinien, an die der Schiedsrichter denken sollte, während er versucht, die Regeln des Spiels durchzusetzen. Die hier festgelegten Prinzipien ermöglichen es dem Spieler seinen Gegner auch mit den Mitteln des Kontakts anzugreifen und beschützen gleichzeitig die Personen der Spieler. Ausserdem geben sie jedem Spieler die Möglichkeit, sich, seine Position oder den Ball zu verteidigen.

Art. 59. Das Recht auf dem Spielfeld einen Platz einzunehmen

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

a) Jeder Spieler kann einen Platz einnehmen, der nicht schon von einem anderen Spieler eingenommen ist. Ein Spieler der einen Platz innehat, kann nicht durch Körpereinsatz (Stossen, Rammen, Spinning, Schlagen usw.) dazu gezwungen werden, diesen aufzugeben. Allerdings dürfen Spieler ihre Position nicht passiv behaupten wenn sie angegriffen werden. Bei einem ballführenden Spieler gilt in Bezug auf Passivität etwas mehr Toleranz, da er die zusätzliche Aufgabe hat, den Ball zu schützen.
b) Der Versuch eines Spielers, eine neue Position einzunehmen, darf von einem oder mehreren Gegenspielern blockiert werden.
c) Gegner dürfen um eine noch nicht besetzte Position kämpfen (rangeln).

Art. 60. Das Prinzip der Vertikalität

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Dieses Prinzip besagt, dass jeder Spieler Anspruch auf das Vorrecht im Raum über sich hat. Dieser Raum wird horizontal durch die Breite der Schultern des Spielers und durch den Abstand von der Innenseite der Rückenlehne seines Stuhls zu seinen Knien begrenzt. In diesem Raum darf ein Gegner zwar verteidigen, kommt es jedoch zu Körperkontakt, ist der Verteidiger (der in diese Zone hineinreichende) verantwortlich. Wenn gleichzeitig der Ball gespielt / berührt wird, erhält der Körperkontakt in der Beurteilung durch den Schiedsrichter Vorrang. Anmerkung: Wenn der Kontakt ausserhalb dieses Raums stattfindet während um den Ball gekämpft wird, wird der Spieler von dem die Initiative, die zum Kontakt führte, ausging, mit der Strafe belegt, die dafür in den anderen Regeln festgelegt ist.

Art. 61. Prinzip von Vor- und Nachteil

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Intention dieses Artikels ist es das der Fluss und das Tempo des Spiels nicht zu oft durch triviale Regelverstösse unterbrochen wird. Natürlich müssen alle Regelwidrigkeiten und Fouls im Spielzusammenhang beurteilt werden. Jedes Vorkommnis, das nicht im Zentrum der Aktivitäten auf dem Spielfeld steht oder keinen erkennbaren Vor- oder Nachteil im Spiel schafft, sollte ignoriert werden, so dass das Spiel weiterlaufen kann. Das Prinzip von Vor- und Nachteil sollte stets beachtet werden. Sollte es zu einem solchen Vorkommnis kommen, nennt man das "beiläufiger Kontakt" und das Spiel sollte nicht unterbrochen werden Beispiel: Der Kontakt vor der Ballfreigabe beim Einwurf ist oft beiläufig. Bei der Anwendung dieses Prinzips geht es darum, ob ein Spieler, aus einer ihn betreffenden Handlung heraus, einen Vorteil gewinnt oder einen Nachteil erleidet - nicht ob der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen will oder nicht.

ABSCHNITT I - FOULS

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Art. 62. Arten des Fouls

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Fouls in dieser Sportart geschehen durch Kontakt, falsche Durchführung oder unsportliches Verhalten. Die unterschiedliche Bestrafung defensiver und offensiver Spieler gilt nur beim gewöhnlichen Foul.
a) gewöhnliches Foul: Ein solches Foul entsteht durch ein aufrichtiges (den Regeln nach jedoch unerlaubtes) Bestreben, den Ball zu spielen oder gegen einen Angreifer zu verteidigen. Strafe: offensives Foul: Ballverlust defensives Foul: einminütige Strafzeit. Diese endet nach einer Minute oder wenn die gegnerische Mannschaft ein Tor erzielt.
b) technisches Foul: Ein solches Foul entsteht durch unsportliches Verhalten auf Seiten eines Spielers oder Mannschaftsbankangehörigen, eines Regelverstosses durch das Bankpersonal oder aber administrativ regelgerechte Handlungen die zu einem echten Regelverstoss führen (Fehler bei einer Auswechselung oder einer Auszeit, ein zu hoher Punktwert auf dem Spielfeld usw.). Strafe: Eine Minute Strafzeit. Die Strafe verfällt wenn die gegnerische Mannschaft ein Tor erzielt, muss jedoch vollständig abgewartet werden, wenn ein Straftor gegeben wird.
c) besonderes Foul: Ein solches Foul entsteht durch hemmungsloses und übertriebenes Verstossen gegen die Regeln. Dieses Foul ist normalerweise durch unsportliches Verhalten und gefährliches Spiel geprägt. Die Strafen hierfür sind unterschiedlich (s. Art. 76 & 77).

Art. 63. Straftor

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Schiedsrichter erkennt einer Mannschaft ein Straftor zu, wenn einer ihrer Spieler gefoult wurde während er im Ballbesitz und in einer Position war, die es ihm erlaubt hätte, ein Tor zu erzielen. Die einminütige Strafzeit entfällt dann (ausser bei allen technischen und einigen besonderen Fouls).

Art. 64. Rammen (gewöhnliches Foul)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Rammen ist das an sich regelgerechte aufprallen auf den Gegner mit überhöhter Geschwindigkeit und/oder unverhältnismässigem Kraftaufwand, relativ zum Gegenspieler und damit das billigende in-Kauf-nehmen des Risikos der Verletzung oder Beschädigung des Gegenspielers oder seines Rollstuhls.

Art. 65. Kontakt vor Anpfiff (gewöhnliches Foul)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
So nennt man jeden absichtlichen (und eventuell vorteilhaften) Kontakt in einer Spielunterbrechung. Jede Mannschaft erhält eine Warnung pro Spielabschnitt. Der erlaubte Kontakt beginnt mit Anpfiff durch den Schiedsrichter. (siehe ebenfalls Art. 33)

Art. 66. Innen und Aussen (gewöhnliches Foul)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Ein Spieler der den Ball trägt und alle drei folgenden Bedingungen erfüllt, verstösst gegen diese Regel:
a) Verlassen des Spielfeldes zwischen den Torpfosten
b) nicht erzielen eines Punktes
c) Vollständige Rückkehr auf das Spielfeld
Strafe: Ballverlust

Art. 67. Vier im Torraum (gewöhnliches Foul)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Wenn ein vierter Defensivspieler den Torraum betritt, heisst das Vier im Torraum. In diesem Fall verstösst dieser vierte Defensivspieler gegen die Regeln und wird bestraft.

Art. 68. Festhalten (gewöhnliches Foul)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

a) Dies ist die Einschränkung der Handlungsfreiheit eines Spielers durch die Hände oder einen anderen Körperteil des Gegners.
b) Diese Regel gilt auch für Spieler, die ihr Gleichgewicht verlieren und/oder sich an einen Gegenspieler lehnen, der dadurch einen Nachteil erleidet.

Art. 69. Verlassen des Spielfelds (gewöhnliches Foul)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Wenn der Ball tot ist, darf ein Spieler das Spiel nur dann verlassen, wenn es vom Schiedsrichter erlaubt wird oder andere Regeln des Spiels dies erlauben. Wenn der Ball spielbar oder im Spiel ist darf ein Spieler das Spielfeld nicht absichtlich verlassen und/oder daraus einen Vorteil erlangen (z. B. um sich einer Regelwidrigkeit oder einem Foul zu entziehen, einen Spieler vorbeilassen um dadurch einen Positonsvorteil zu erlangen). Ein Spieler darf das Spielfeld zu jeder Zeit verlassen um Verletzung von sich und anderen fernzuhalten. Sollten besondere Umstände (zum Beispiel die Vermeidung von Gefahr durch zu hohe Geschwindigkeit) den Spieler zum Verlassen des Spielfelds bringen, muss er es an dem Punkt wieder betreten, an dem er es verlassen hat. Seine Rückkehr darf ihm keinen Vorteil einbringen, den er nicht auch schon vor Verlassen des Spielfelds hatte. Andererseits kann er durch sein Verlassen des Platzes verlorene Vorteile nicht wieder einfordern. Diese Regel gilt für jeden Teil des Spielfelds ausser für die Torlinie zwischen den Pfosten Ein Spieler der das Spielfeld zwischen den Torpfosten verlässt, verstösst unmittelbar gegen die Regeln, ausser das Spiel selbst spielt sich weit entfernt vom Torraum ab, oder die Mannschaft hat den Ballbesitz verloren und das Spiel hat die Richtung auf das gegenüberliegende Tor eingeschlagen. (siehe ebenfalls Art. 66)

Art. 70. Stossen (gewöhnliches Foul)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Stossen liegt vor wenn ein Spieler
a) nach erlaubtem Körperkontakt weiter stösst, um seinen Gegner aus dessen momentaner Position zu bringen (siehe Art. 59 a)
b) einem Mannschaftskameraden mit einem Stoss hilft, einen Punkt zu erzielen oder den Ball zu verteidigen.

Art. 71. Unerlaubter Gebrauch der Hände (gewöhnliches Foul)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Ein Spieler verstösst gegen diesen Artikel, wenn er Arme oder Hände gebraucht, um den Ball zu kämpfen und dabei Kontakt mit seinem Gegenspieler herstellt. Dies gilt sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Raums, der im Prinzip der Vertikalität (Art. 60) genannt wird.

Art. 72. Schleudern (Spinning) (gewöhnliches Foul)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Stellt ein Spieler mit so viel Kraft Kontakt mit einer Stelle hinter der Hinterachse des gegnerischen Rollstuhls her, dass der Rollstuhl in der Horizontalen oder Vertikalen rotiert so das der Gegenspieler sein Gleichgewicht verliert oder sogar tatsächlich den Boden berührt, heisst das "Schleudern/Spinning".
Anmerkung: Es ist einem Verteidiger erlaubt das Rückrad des Gegenspielers vor der Achse zu berühren, diesen Kontakt beizubehalten, und in diesem Prozess hinter die Achse zu rutschen. Jeder aus einer solchen Situation entstehende Drehimpuls wird nicht als Regelverstoss angesehen.

Art. 73. Technische Fouls durch Spieler

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Ein Spieler darf Anweisungen der Richter nicht missachten, sich nicht unsportlich verhalten, wie in folgenden (aber auch anderen) Beispielen:
a) respektlose Sprache und Beschimpfungen
b) den Gegner reizen, beschimpfen oder Hände in die Nähe seiner Augen halten
c) das Spiel verzögern (verhindern das der Ball schnellstmöglich wieder ins Spiel gebracht werden kann, die Strafbank frühzeitig verlassen usw.)
d) einen Spieler nach einem durchgeführten Einwurf an der Rückkehr aufs Spielfeld hindern
e) absichtlich aus dem Stuhl fallen um das Spiel anzuhalten
f) sich nicht direkt auf die Strafbank begeben wenn Anweisung der Schiedsrichter besteht dies zu tun
g) seine Spielernummer ohne Erlaubnis des Schiedsrichters ändern
h) als Auswechselspieler auf das Spielfeld kommen ohne sich am Tisch des Spielstandrichters gemeldet zu haben oder ohne vom Schiedsrichter dazu aufgefordert zu werden oder in der selben Spielunterbrechung auf das Spielfeld zurückkehren, in der er ausgewechselt wurde
i) sich freiwillig aus dem Sitz heben oder einen Teil der Beine dazu benutzen den Stuhl zu lenken oder zu bremsen
j) eine unbegründete Ausrede finden, um das Spiel zu stoppen wie z. B. aber nicht nur:
(i) um Auszeit bitten, wenn die Mannschaft alle ihre Auszeiten bereits in Anspruch genommen hat
(ii) um Auszeit bitten, wenn sich die eigene Mannschaft gar nicht im Ballbesitz befindet
(iii) um Auszeit zu bitten, wenn die andere Mannschaft in Ballbesitz ist.
(iv) absichtlich aus dem Stuhl fallen
(v) eine unbegründete Bitte um eine technische Untersuchung des Stuhls stellen. Strafe: einminütige Strafzeit für den regelverstossenden Spieler

Art. 74. Technische Fouls durch Mannschaftsbankangehörige (Trainer, Auswechselspieler oder sich bei der Bank aufhaltende Anhänger der Mannschaft)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Um das Spiel ordentlich und effizient ablaufen zu lassen, ist angebrachtes Verhalten auf der Bank besonders wichtig. Daher müssen Trainer, Assistenztrainer, Auswechselspieler und Mannschaftsanhänger folgende Verhaltensregeln beachten:
a) Ein Trainer, Assistenztrainer oder Mannschaftsanhänger darf auf das Spielfeld kommen um sich um einen Spieler oder dessen Stuhl zu kümmern, wenn er die Erlaubnis eines Schiedsrichters erhalten hat.
b) Ein Auswechselspieler darf am Tisch des Spielstandrichters um seine Einwechselung bitten, seine Ausweiskarte abgeben und dann dort warten, bis er von einem Schiedsrichter aufs Spielfeld gerufen wird.
c) Ein Trainer oder Assistenztrainer darf an diesen Tisch kommen, um um eine Auszeit zu bitten.
d) Jegliche Kommunikation zwischen einem Mannschaftsbankangehörigen und einer sich auf dem Spielfeld befindlichen Person muss mit Respekt und innerhalb der zur Leitung des Spiels nötigen Grenzen ablaufen.
e) Während des Spiels bleiben Mannschaftsbankangehörige auf der Mannschaftsbankfläche.
f) Stören oder unterbrechen einer Überprüfung des 8-Punkte-Limits, oder aber eine Prüfung des 8 Punkte Limits bezüglich der Gegenmannschaft zu veranlassen die zum Ergebnis hat, dass kein Verstoss gegen die 8-Punkte-auf -dem-Spielfeld-Regel vorliegt. (siehe Art. 75)
Strafe: Einminütige Strafzeit, die zwar dem Trainer angelastet jedoch von einem von diesem gewählten Spieler abgeleistet wird.

Art. 75 Zu hoher Punktwert auf dem Spielfeld

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Gesamtpunktwert der Spieler auf dem Spielfeld und auf der Strafbank darf acht Punkte pro Mannschaft nicht überschreiten. Der Punktwert eines jeden Spielers wird vor Spielbeginn im Spielbericht eingetragen. Der Spielstandrichter sollte der Einhaltung dieser Regel besondere Aufmerksamkeit widmen. Sollte eine Mannschaft gegen diese Regel verstossen, wird dem Spieler dieser Mannschaft, der zuletzt aufs Spielfeld gekommen ist, ein technisches Foul angerechnet. Befindet sich dieser Spieler auf der Strafbank, wird das Foul dem Spieler angerechnet, der als Vorletzter aufs Spielfeld gekommen ist, usw. Bestehen Unklarheiten darüber, welchem Spieler das Foul angerechnet werden soll, wählt der Trainer der gegen die Regel verstossenden Mannschaft einen Spieler aus, der zur Zeit des Regelverstosses auf dem Spielfeld war. Ein Trainer darf zu jeder Zeit des Spiels um eine Punktzählung bitten. Der Spielstandsrichter notiert die Bitte und deren Zeitpunkt und informiert die Feldschiedsrichter bei der nächsten Spielunterbrechung. Wenn ein Regelverstoss vorliegt wird der Spielstand, Auszeiten, Fouls, usw. dies bedeutet das Spiel wird in das Stadium zu dem Zeitpunkt zurückversetzt, zu der die Bitte um Überprüfung an den Spielstandsrichter herangetragen wurde. Ist der Punktestand jedoch korrekt, wird dem Trainer ein technisches Foul angerechnet, der die Anfrage gestellt hat.

Art. 76. Absichtliches Foul (besonderes Foul)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Dies ist ein absichtlich begangenes, offenkundiges Foul an einem Gegenspieler (unabhängig davon, ob dieser den Ball führt oder nicht). Es ist klar, dass es dem Spieler bei einem solchen Foul darum geht, den Gegner einzuschüchtern, und es ihm egal ist ob sein Verhalten gegen die Regeln verstösst. Ein Spieler, der mehrere absichtliche Fouls begeht, kann vom Spiel disqualifiziert werden. Strafe: Eine Minute Strafzeit. Diese Strafzeit läuft ab, wenn die Gegenmannschaft ein Tor erzielt, aber nicht wenn der Schiedsrichter ein Straftor gibt.

Art. 77. Disqualifizierendes Foul (besonderes Foul)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Jedes Foul, das offen unsportliches Verhalten an den Tag legt und mit völliger Gleichgültigkeit gegenüber der Sicherheit der Gegenspieler begangen wird, ist ein disqualifizierendes Foul (z. B. gefährliches Spiel, ständiges Beschimpfen oder körperliches Angreifen eines Richters, Faustkämpfe etc.). Bei einem disqualifizierenden Kontaktfoul zeigt der Spieler ungenügendes Beurteilungsvermögen und seine Handlungsweise führt zu Gefahr für den Gegner (oder zu einer Verletzung des Gegners). Strafe: Die gegen die Regeln verstossende Person (Spieler, Trainer, Mannschaftsanhänger) wird mit einer einminütigen Strafzeit bestraft, und - nach Ablauf dieser - vom Spiel ausgeschlossen. Die Strafzeit wird nicht vorzeitig aufgehoben, auch wenn die gegnerische Mannschaft ein Tor erzielt. Der Trainer der gegen die Regeln verstossenden Mannschaft sucht einen Spieler aus, der die Strafe in Vertretung des Trainers oder des Mannschaftsanhängers verbüsst. Disqualifizierte Person: Eine disqualifizierte Person ist jemand der von der weiteren Teilnahme am Spiel ausgeschlossen ist, um weitere disqualifizierende Fouls zu vermeiden. Eine solche Person muss für den Rest des Spiels dem Spielfeldumkreis fernbleiben. Die Spielfeldumgebung definiert sich aus dem Spielfeld im weitesten Sinne, welches der Aufsicht und der Verantwortung des Schiedsrichters für die Dauer des Spiels unterliegt. (wie in Art. 20 beschrieben)

ABSCHNITT J - VERLASSEN DER STRAFBANK

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Art. 78. Verlassen der Strafbank

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Ein Spieler wird von der Strafbank entlassen wenn:
a) die Strafzeit laut Stoppuhr abgelaufen ist
b) er vom Strafzeitrichter oder Schiedsrichter dazu aufgefordert wird (sollte die Stoppuhr für den Spieler nicht sichtbar sein)
c) die Gegenmannschaft ein Tor erzielt (ausser bei Straftoren und disqualifizierenden Fouls)
Anmerkung: Mannschaftskameraden werden in der Reihenfolge entlassen, in der sie auch zur Strafbank gerufen wurden.
Strafe: Spielern die die Strafbank frühzeitig verlassen ohne dazu vom Strafzeitrichter oder vom Schiedsrichter aufgefordert worden zu sein, wird ein technisches Foul (Spielverzögerung) angelastet (s. Art. 73).

Art. 79. Mehr als zwei Mannschaftskameraden auf der Strafbank

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Wenn ein Spieler ein Foul begeht, welches zur Folge hat, dass er der dritte, vierte, etc. Spieler seiner Mannschaft auf der Strafbank ist, muss er sich zwar bei der Strafbank melden, muss mit dem Abbüssen seiner Strafe aber warten, bis sich eine Gelegenheit dazu ergibt. Der Spieler kann ausgewechselt werden (schliesslich darf keine Mannschaft mit weniger als zwei Spielern auf dem Spielfeld präsent sein). Die Gelegenheit die Zeitstrafe abzubüssen ergibt sich,
a) wenn wieder weniger als drei Mannschaftskameraden auf der Strafbank sind,
und, wenn notwendig
b) der Trainer die Möglichkeit hatte seine Aufstellung in der Weise zu korrigieren, dass sein Team nicht gegen die 8-Punkte-Regel verstösst.

Art. 80. Einschränkung von Spielern auf der Strafbank

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Mit einer Zeitstrafe belegte Spieler müssen sich (ausser bei Verletzung) sofort bei der Strafbank melden und müssen auch dann dort bleiben, wenn sich ihre Strafzeit mit Auszeiten oder Spielabschnittspausen überschneidet. Nur zur Halbzeit und zum Ende der regulären Spielzeit dürfen sie sich ihrer Mannschaft anschliessen. Disqualifizierte Spieler müssen das Spielfeld verlassen wie schon in Artikel 77 ausgeführt wurde.

Art. 81. Fouls in Pausen und Spielunterbrechungen

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Jede in einer Spielunterbrechung oder Pause verhängte Strafzeit wird zu Beginn des nächsten Spielabschnitts abgebüsst.

Art. 82. Zu berichtigender Fehler

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Diese Regel soll bei Situationen angewendet werden, die aus Fehlern entstehen, die nicht aus der Einschätzung und Interpretation von Regeln durch die Schiedsrichter entstehen.
Beispiele: Administrative Fehler, unberechtigte Strafandrohung, fehlerhafte Aufzeichnung des Spielstandes auf dem Spielberichtsbogen (offizielles Spielergebnis) Um einen solchen Fehler zu berichtigen, muss ein entsprechender Antrag in der auf den Fehler folgenden Spielunterbrechung gestellt werden, bevor der Ball wieder spielbar wird. Ein entsprechender Antrag kann durch Trainer und / oder Kapitän gestellt werden. Der Antrag (so er durch den Trainer gestellt wird) ist an die Tischschiedsrichter zu richten, welche diesen umgehend dokumentieren und die Schiedsrichter in der nächsten Spielunterbrechung informieren. Der Kapitän richtet seinen Antrag direkt an einen der Schiedsrichter. Zur Korrektur eines Fehlers werden alle Geschehnisse seit Auftreten des Fehlers für nichtig erklärt, und das Spiel an dem Punkt wieder aufgenommen zu dem der Fehler aufgetreten ist. Die Spielzeituhr wird ebenfalls auf diesen Zeitpunkt zurückgesetzt. Es ist empfehlenswert diesen Zeitpunkt im Einvernehmen mit allen Schiedsrichtern zu bestimmen.
© by DRS FB Rollstuhlrugby Homepage des Nationalen Rollstuhlrugbyverbandes

Version 2.01