VERTEIDIGUNG
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In der Verteidigung eröffnen sich zwei grundlegende Systeme. Zum einen die Verteidigung des Keys und zum anderen die Presse.
Bei der Entscheidung zwischen diesen Varianten spielen viele Faktoren eine Rolle. Die Spielsituation hilft dabei, aber vorallem die Möglichkeiten der Spieler, deren Übung, Geschwindigkeit und Kondition beeinflussen diese Entscheidung.
DIE ZONENVERTEIDIGUNG
Diese grundlegende Verteidigungsform müssen alle Mannschaften beherrschen. Die Angreifer werden dadurch gezwungen ihren Angriff gut aufzubauen. Um ein Tor zu verhindern müssen sich die Verteidiger sehr aufmerksam sein und sich verständigen.
Es ergeben sich wiederum zwei unterschiedliche Grundformen, die durch die Position des Chasers geprägt sind.
In der ersten spielt der Chaser sehr beweglich.
Spieler 1: Der Stärkste der Mannschaft spielt als Center;
Spieler 2: Der nächst starke Spieler ist der Chaser;
Spieler 3: Spielt im Flügel;
Spieler 4: Spielt im Flügel.
Die Spieler 3 und 4 sind dafür verantwortlich, daß kein Tor über die Ecken fällt. Dafür ist ihre Grund-position so nah an der Linie, daß kein weiterer Rollstuhl zwischen sie und die Pylone paßt.
Der Spieler Nummer 1 ist für den gesammten Bereich des Keys zwischen den beiden Flügeln zuständig. Er stellt sich am besten mit dem Blick zum BAllführer in der Mitte zwischen den beiden Mitspielern auf. Dieser Spieler muß seine Position mit hoher Agressivität verteidigen, um zu verhindern, daß sich ein Angreifer im Key postiert. Kommt doch ein Angreifer in diese Position muß der Center in der Lage sein diesen Gegenspieler zu umfahren, und den Paß verhindern oder abfangen.
Der Spieler Nummer 2 hat seinen Aktionsradius vor dem gesammten Key. Er soll möglichst viel Druck auf den Ballführer ausüben.
Diese Konstellation ist vor allem bei einem schwachen oder unerfahrenen Ballführer wirkungsvoll.
Die zweite Art der Aufstellung beinhaltet einen unbeweglichen Chaser. Die Rollen sind dann so verteilt:
Spieler 1: Center;
Spieler 2: Spielt im Flügel;
Spieler 3: Spielt im anderen Flügel;
Spieler 4: Chaser.
Der Chaser postiert sich vor dem schwächeren Flügel und übernimmt mit dem Spieler 3 die Sicherung dieser Seite bis hin zum Center. Er soll verhindern, daß ein Angreifer bis zum Key vordringt, wobei er darauf achten muß nicht in die Zone gedrängt zu werden.
DIE PRESSE
Mit der Presse kann eine Mannschaft ihre Vorteile an Schnelligkeit und Kondition ausnutzen. Besonders gegen ein schwächeres Team, oder bei einem Rückstand ist die Form der Verteidigung sehr wirkungsvoll. Auch hier gibt es wieder zwei Möglichkeiten. Die Presse Mann-gegen-Mann, oder eine Zonenpresse.
Mit der Presse Mann-gegen-Mann werden drei Ziele verfolgt:
- Der Gegner wird gehindert den Einwurf innerhalb der 10 Sec. auszuführen;
- Der Gegner soll über 15 Sec. in seinem Rückfeld gehalten werden;
- Der Gegner soll zu riskantem Paßspiel gezwungen werden.
Hier löst sich die Nr. 2 nach dem Einwurf aus dem doppelten Block und übernimmt den direkten Gegenspieler.
Je nach Spielsituation kann auch der schwächste Angreifer ohne Gegenspieler bleiben um die anderen mit je zwei Spielern zu decken. Dazu Bild 13:
Während des Einwurfs ergeben sich für die Verteidiger die besten Möglichkeiten, da sie in einer Vier gegen Drei Überlegenheit sind. Diese Möglichkeit, den Ball von den stärksten und gefährlichsten Angreifern fernzuhalten sollte unbedingt genutzt werden. Dadurch wird einer der schwächeren Angreifer dazu gezwungen als Ballführer zu agieren.
Hat der Einwerfer den Ball abgegeben, so wird er sofort von einem Verteidiger abgeschirmt.
Hat die angreifende Mannschaft den Ball erst einmal ins Spiel gebracht müssen sich die Verteidiger verständigen und gegebenenfalls gegenseitig aushelfen. Ein Angreifer, der sich gelöst hat kann z.B. von einem anderen Spieler übernommen werden.
Gelingt es nicht, die Angreifer für 15 Sec. in ihrem Rückfeld zu halten, muß sich die verteidigende Mannschaft einig sein, ob sie die Presse über das ganze Spielfeld weiterführt, oder ob sie sich ab einem gewissen Punkt in die eigene Zone zurückzieht.
Wie alle anderen taktischen Dinge muß auch diese Abstimmung gut geübt werden, damit das mannschaftliche Spiel seine Effektivität behält.
Die andere Möglichkeit eine Presse zu spielen ist die Zonenpresse. Hierbei verteidigt jeder Spieler einen bestimmten Bereich desSpielfeldes.
Diese Art der Verteidigung ist nicht ganz so ermüdent. Trotzdem kann dem Gegner ein wirkungsvolles Hinderniss auf dem Weg zum Tor gestellt werden.
Die Verteidiger stellen sich dazu in einer Rautenform vor dem Einwerfer auf.
Diese Aufstellung nimmt man bei einem starken Einwerfer ein.
Die Nummer 4 stellt sich recht dicht vor den Einwerfer. Nr. 2 und 3 gehen bis dicht an die Seitenlinien, und der stärkste Spieler so weit entfernt, wie der Einwurf sein kann. Er verhindert den schnellen Vorstoß. Je schwächer der Einwerfer, desto näher rückt er auf. Aus der Raute wird ein „T“
Bei einer Zonenpresse wird der Einwurf normalerweise zugelassen. Die Angreifer werden daran gehindert weiter vorzurücken. Dem Spieler 1 kommt die Aufgabe zu einen durchbrechenden Spieler aufzuhalten. Er hilft also auch seinen Mitspielern 3 und 4 aus.
Genauso in der Presse Mann-gegen-Mann müssen die Spieler zusammenarbeiten und sich einig sein wann sie sich in die Zone zurückziehen.
VERTEIDIGUNG IN UNTERZAHL
Begeht ein Verteidiger ein Foul wird er zur Strafe eine Minute in die Box geschickt. Die Verteidiger müssen also in Unterzahl spielen. Wie so oft auch hier zwei Möglichkeiten:
- Die Zonenverteidigung;
- die Verteidigung Mann-gegen-Mann.
Viele Mannschaften bevorzugen gerade zum Einwurf das Spiel Mann-gegen-Mann, denn auf dem Feld herrscht eine Ausgeglichenheit von je drei Spielern. In dieser Situation ist oft Angriff die beste Verteidigung.
Trotz aller Strategie ist ein Tor in Unterzahl kaum zu verhindern, vorallem wenn sich zwei gleich starke Mannschaften gegenüberstehen.
Es gibt viele Möglichkeiten der Verteidigung, aber wichtig ist, daß eine Mannschaft ein solides sicheres System blind beherrscht.
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